Die Entwicklung der Menschheit

Einst haben die Kerls auf den Bäumen gehockt,
behaart und mit böser Visage.
Dann hat man sie aus dem Urwald gelockt
und die Welt asphaltiert und aufgestockt,
bis zur dreißigsten Etage.

Da saßen sie nun, den Flöhen entflohn,
in zentralgeheizten Räumen.
Da sitzen sie nun am Telefon.
Und es herrscht noch genau derselbe Ton
wie seinerzeit auf den Bäumen.

Sie hören weit. Sie sehen fern.
Sie sind mit dem Weltall in Fühlung.
Sie putzen die Zähne. Sie atmen modern.
Die Erde ist ein gebildeter Stern
mit sehr viel Wasserspülung.

Sie schießen die Briefschaften durch ein Rohr.
Sie jagen und züchten Mikroben.
Sie versehn die Natur mit allem Komfort.
Sie fliegen steil in den Himmel empor
und bleiben zwei Wochen oben.

Was ihre Verdauung übrigläßt,
das verarbeiten sie zu Watte.
Sie spalten Atome. Sie heilen Inzest.
Und sie stellen durch Stiluntersuchungen fest,
daß Cäsar Plattfüße hatte.

So haben sie mit dem Kopf und dem Mund
Den Fortschritt der Menschheit geschaffen.
Doch davon mal abgesehen und
bei Lichte betrachtet sind sie im Grund
noch immer die alten Affen.

Erich Kästner

 

CavemanDie geistige Entwicklung vom Höhlen-Menschen zum modernen Digital-Mensch ist im Grunde nur ein Wachstum des Wissens.
Wissen hat uns zwar dazu befähigt Menschen zum Mond zu schicken. Wissen hat uns aber nicht dazu befähigt Frieden auf Erden zu schaffen. Mehr Wissen bedeutet nicht mehr Menschlichkeit oder mehr Bewusstsein.
Mehr Wissen führt zu mehr Technologie und mehr Technologie führt allgemein zur Entfremdung mit dem Leben und mit sich selbst.
Wer sich wie ein Fremder fühlt im Leben weis nicht was im Kopf vorsich geht, weis nicht daß der Kopf fremdbestimmt „wirkt“ . In gewisser Weise hat sich das Wissen im Kopf verselbstständigt und bestimmt nun das Denken und Handeln des Einzelnen.
Das ist die eigentliche Bedeutung von „Entfremdung“: man ist sich selbst fremd geworden durch Fremdbestimmung des Verstandes.

Damit ist nicht ein anderer Mensch gemeint zB ein Hypnotist der unseren Verstand beeinflusst, sondern: es ist das Wissen selbst das die Kontrollle des Verstandes über-nommen hat. Diese Stimme zwischen den Ohren verwirrt uns –macht uns verrückt im wahrsten Sinne des Wortes denn es ver-rückt die klare Basis unserer Wahrnehmung in das verwirrende Wissen des Verstandes.   

Mehr Technologie und Wissen entfremdet oder trennt uns nicht nur von der Natur. Unser Affentheater bedroht sogar die Natur zu zerstören. Wir vergiften das Wasser, verpesten die Luft und pfuschen mit dem Klima, und all das im Namen des wissenschaftlichen Fortschritts und des ökonomischen Wachstums, das heißt, im Namen des Gewinns. Wir zerstören das Land mit technisch brillianten Massenvernichtungswaffen; Atombomben; mit genetisch erzeugter Nahrung die mit chemikalischen Pflanzen-schutzmitteln bespritzt wurde. Die Chemiekonzerne sowie die Politiker behaupten natürlich, daß sie alles unter Kontrolle haben.  Ist ja klar...


Unsere Vorfahren haben uns schon vor langer Zeit davor gewarnt vom Baum der Erkenntnis zu zehren –dh. Wissen zu sich zu nehmen- doch konnten wir, angefangen mit EVA, der Versuchung nicht wiederstehn uns mit Gott gleich-zustellen.
Die teuflische Schlange versprach: „Sobald ihr davon esst, gehen euch die Augen auf; ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse.“ Sorglos im Paradies zu leben war offensichtlich nicht gut genug.

Aber anstelle der versprochenen Erleuchtung wurden wir alle aus dem Garten Eden verdammt,  ob in aller Ewigkeit, das lass ich mal offen.
Diese Verdammung aus dem Paradies ist im religiösen Sinne eine Trennung von Gott, eine Trennung von der Verbundenheit mit Gott, also eine Trennung vom sorglosem Leben im Paradies. Gott wusste natürlich, daß solange wir es nicht gelernt haben der Versuchung zu widerstehn, dh, solange wir es nicht gelernt haben den Verstand und seinWissen richtig zu hantieren, solange werden wir von der teuflischen Gier geplagt. Also hat Er erstmal Adam und Eva verboten vom Baum der Erkenntnis zu naschen.

Anstelle alles in sieben Tagen herzustellen hätte er sich mehr Zeit nehmen sollen bei der Schöpfung von Adam und Eva und ihnen so einen besseren Verstand geben können. Von daher ist es seine Schuld, daß wir Menschen ein Fremdkörper in der Natur geworden sind und uns wie ein tödlicher Virus dem Leben gegenüber verhalten.
   
Was mit der Verdammung aus dem Paradies symbolisiert wird ist die Zerstörung der kosmischen Einheit, die Zerstörung der Harmonie. In anderen Worten: die natürliche Balance wurde zerstört.
Durch unsere menschliche Überheblichkeit Gott spielen zu können haben wir ein Ungleichgewicht in der Natur hergestellt. Durch unsere Handlungen verliert die farbenfrohe Vielheit des Lebens an Substanz; mehr und mehr Tierarten sterben aus; das Abholzen der Wälder, die Monokultivierung unserer Fälder: es wird grausam grau um uns herum; wir sind sozusagen dabei im Namen des Wachstums einiger Geldbeutel die Harmonie und Schönheit des Lebens zu zerstören.

Was wäre wenn die teuflisch verblendete Eva den Adam nicht dazu verführt hätte sich mit Gott zu messen? Wären wir dann immer noch unwissende Affen die im Dschungel leben?
So schlecht wäre das vielleicht gar nicht, denn es giebt uns genetisch sehr nah verwandte Affen im Dschungel der Republik Kongo, die leben so isoliert, daß sie schon seit sehr langer Zeit nicht mit anderen Affen um ihre Nahrung kämfen mussten. Dieser fehlende Wettkampf –so glauben die Wissenschaftler- hat dazu gefürt, daß diese Bonobos, wie sie genannt werden,  ein friedvolles Leben führen, unter weiblicher Regie; keine bösen Kämpfe wie die Chimpansen oder Gorillas es tun veranstallten, sich gegenseitig helfen und Nahrung miteinander teilen... die meist bevorzugte Tätigkeit wärend des Tages dieser Affen ist natürlich Sex, jeder mit jedem in allen Lagen, ohne Tabu und jeder guckt zu. Die Bonobos sind die Hippies der Tierwelt.
Diese Affen üben eine gewisse Menschlichkeit aus die wir in all unseren sogenannten menschlichen Gesellschaften nicht vorfinden. Wir träumen nur davon oder schreiben dicke Bücher mit dem Titel „Utopia, was wäre wenn...“
Was wäre also wenn es keinen Wettkampf zwischen uns Menschen gäbe, wie bei den Bonobos? Würde sich dann unsere Menschlichkeit frei entfalten können. Wenn die Wissenschaftler recht haben sollten daß die Abschaffung des von allen Gesellschaften so hoch geschätzten Wettkampfes in natürlicher Weise unsere Menschlichkeit hervorbringen würde... also worauf warten wir dann noch? „Es giebt nicht’s Gutes außer tut es!“
Der Grund des Zögern liegt darin daß allgemein gedacht wird daß die Wettkampfbedingungen die ökonomische Sicherheit unserer Gesellschaften gewährleistet. Ohne Wettkampf gäbe es kein Wachstum, wird behauptet. Ohne Wettkampf würden wir unsere Ärsche nicht bewegen, und nicht mehr nach irgendwelchen Erfolgen und Gewinnen streben...  

Wettkampf ist eigentlich ein genetisch verankertes instinktives oder „tierisches“ Verhalten das die Weiterbestehung der Natur gewährleistet, da durch den Wettkampf herausgefunden wird wer der Stärkere ist, denn laut Grundgesetz  der Mutter Natur überlebt nur der Stärkere.
Da somit alle unsere Gesellschaften und deren Vorstellungen tierischer Natur sind ist es nicht verwunderlich daß man sich fragt ob Menschlichkeit überhaupt anstrebenswert ist.

Wir wollen doch keine weltfremden Hippies werden.
Erich Kästner is wahrscheinlich auch ein Hippie gewesen, denn laut Erich Kästner verhalten wir uns immer noch wie Affen. Was hier abgeht ist tierisch. Und das wird sich auch nicht so schnell ändern solange, das menschliche Tier keine Einsicht hat. „Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung.

 

Wissen ist notwendig wenn wir Krankenhäuser bauen wollen und komfortable sowie hygienisch -also mit sehr viel Wasserspülung- leben wollen und nicht wie die Affen im Urwald.
Im Lichte der jüngsten globalen Katastrophen, wie die Finanz-Krise und die Öl-Pest im Golf von Mexiko, Ozon-Löcher, Armut und Hungersnöte, von denen gedacht wird, daß sie alle zum großen Teil das Ergebnis der menschlichen Gier sind... in diesem Licht sieht es leider so aus, daß es uns an Einsicht und Menschlichkeit fehlt.

povertyGier ist das Resultat der teuflischen Versuchung vom Baum der Erkenntnis zu naschen um somit uns mit Gott gleichstellen zu können. Solange wir es nicht gelernt haben die Machtgier zu zügeln- verhalten wir uns teuflisch tierisch: also unmenschlich. Gier ist also das Resultat des zügellosen Verstandes.

„Gierig oder Habsüchtig „...werden diejenigen die gänzlich sklavisch sind,“ sagt der altgriechische Philosoph Aristoteles. Nach heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen sind wir Sklaven unseres Gehirns, genauer: Sklaven des chemikalischen Stoffwechsel im zentralem Nervensystem des Gehirns. Anders ausgedrückt: Wir sind Marionetten unseres Gehirns, und da wir dort ganz viel Wissen reingezwängt haben sind wir nunMarionetten unseres Wissens. Wir funktionieren gemäß unseren Erkenntnissen.

DNA-Entdecker und Nobelpreisträger Francis Crick in seinem Buch:„Was die Seele wirklich ist“ scheibt: “Ihre Freuden und Leiden, ihre Erinnerungen, ihre Ziele, ihr Sinn für ihre eigene Identität und Willensfreiheit – bei alledem handelt es sich in Wirklichkeit nur um das Verhalten einer riesigen Ansammlung von Nervenzellen und dazugehörigen Molekülen.“
Im Gehirn finden wir ein sogenanntes „Belohnungssystem.“ Es hat die Funktion bei der Erfahrung von Belohnung, Aussichten auf Gewinn und Vorteilen, Dopamin freizusetzen das Motivation und Lernfähigkeit anregt. Dieses Dopamin ist ein Neurotransmitter allgemein auch Glückshormon genannt. Das erweckt natürlich den Wunsch nach mehr. Das heißt, wenn das Gehirn eine Aussicht auf Gewinn erkennt macht es uns süchtig, habsüchtig, gierig.
Bei Geld funktioniert das Belohnungssytem –so sagen die Gehirnforscher- wie bei Kokain. Kokain ist eine Droge die sehr schnell sehr süchtig macht. Nach wissenschaftlichen Tests zufolge erzeugt Bargeld stärkere Emotionen als Sex. Bargeld und Sex fördert die Risikobereitschaft durch das Anheben von „Testosteron“: Dieses Sexualhormon regelt in unserem Körper den Antrieb, die Ausdauer, das dominante und aggressive Verhalten und offenbar auch Gier und nachlassende Kritikfähigkeit. In dem Augenblick wo das Belohnungssystem aktiviert wird lässt die Kritikfähigkeit des Gehirns nach, dh, Gier macht uns leichtsinnig! 

Die antike Haltung zur Gier im philosophischen Lehrgebäude der Stoa war folgende: Wenn wir etwas haben wollen und es schliesslich besitzen ist damit nicht unsere Gier gestillt... sondern wir geraten in ein Aufschaukelung-effekt der uns nach immer mehr streben lässt. Für die Gehirnforscher ist dieser Aufschaukulungseffekt von der Gier nach dem Glück das Resultat des chemikalische Stoffwechsels im zentralem Nervensystem des Gehirns.

Gesellschaft des zügellosen Wissens 
Unser gegenwärtiges Wertesystem der Konsumgesellschaft begünstigt  Habgier und Raffsucht vor allem dadurch, daß es nicht negativ gesehn wird sondern als Merkmal für besondere Kleverness; das heißt, derjenige der ein Schnäpchen in den Kaufhäusern nicht wahrnimmt ist nicht nur blind sondern auch unintelligent! Dummheit und Bescheidenheit wird im Gehirn nicht belohnt sozusagen. Gier wird reichlich belohnt wie wir es bei den Multi-Millionen-Euro-Abfindungen für Bank-direktoren und deren Börsenmaklern sehn. Die werden reichlich belohnt dafür daß sie gehn!
Ein normaler Arbeiter kann das nicht verstehn; diese leichtsinnigen Direktoren und Makler haben die Bank in den Bankrott gezockt und somit all die Arbeiter die dort ein Konnto hatten in den Ruin getrieben; und dafür werden die Direktoren dann noch belohnt? Und zwar von den Steuergeldern der Arbeiter die der Staat den pleiten Banken gegeben hat für ihre gierigen Taten! Aber wem wundert es noch daß die Politker mal wieder mit den Reichen Geschäfte machen auf Kosten der Bürger.

Gier führt zu gesellschaftlichen Konflikten; zum Verfall der Tugend Gerechtigkeit. Die Reichen werden reicher die Armen immer ärmer. Das wissen wir schon lange doch ändert sich nichts. Einige Sportler und Schauspieler verdienen in einem Jahr so viel wie ein normaler Arbeiter sein ganzes leben lang nicht vedienen kann. Was hat das mit Gerechtigkeit zu tun?
Wie gesagt: was hier abgeht ist tierisch.

Der Meschheitslehrer Krishnamurti behauptete (so wie Buddha) daß alle Probleme der Welt ein Problem unserer Art und Weise des „denkens“ sind. Und da unser Denken beeinflusst und gesteuert wird von... der Kultur und den Hormonen im Gehirn benötigen wir ein Verständnis und eine Einsicht von unserem Denkvorgang. Das Gehirn und somit der Verstand handelt nach den Grundgesetzen der Natur. In gewisser weise heißt das, daß wir Sklaven der electro-chemischen Vorgängie im Nervensystem des Gehirns sind, also Marionetten des Wissens, das in unseren Verstand eingetrichtert wurde und somit fremd-gesteuert ist... solange alles voll-automatisch abläuft.

Stanford University Professor Robert Ornstein in seinem Buch „Die Entwicklung des Bewusstseins: Die Enstehungsgeschichte von Wie Wir Denken“ argumentiert, daß das “altertümliche” Gehirn viele von unseren Reaktionen im alltäglichen Lebens diktiert. Wenn wir wütend, ängstlich und aggressiv werden, wie wir es in einer Reihe von tagtäglichen Situationen tun, ist also der primitive Teile unseres Gehirns bei der Arbeit.
Diesen primitiven Teil des Gehirns nennt Professor Ornstein archaisch, auf gut Deutsch ‘altertümlich’.  Was damit gemeint ist ist die tierische Einstellung der Mutter Natur, das da lautet: “der Stärkere überlebt.” Und das ist so seit altertümlichen Zeiten, also schon immer.
In dieses altertümliche Gehirn haben wir über die Jahrtausende ganz viel Wissen reingezwängt das uns dann ermöglicht hat Hochhäuser und Krankenhäuser zu bauen und zum Mond zu fliegen. Aber wenn es darum geht miteinander zu leben verhalten wir uns wir die Affen –mit Ausnahme der Bonobos. Warum? Weil das Gehirn eine biologische Maschiene ist und somit voll-automatisch so denkt, egal in welcher Kultur es hineingewachsen und eingestellt worden ist! Diese Grundeinstellungen des Gehirns -auf die alle Kulturen aufgebaut sind- sind die Naturgesetze des Daseins, die das Bestehen des Dasein garantieren. Allen voran: „Nur die Starken überleben.“ Laut Naturgesetz müssen wir miteinander im Wettkampf stehn.
In diesem Zusammenhang –in dem Zusammenhang, daß unsere alltäglichen Reaktionen viel, wenn nicht sogar ganz und gar, von diesem „altertümlichen“ oder archaischen Gehirn (von diesen grundliegenden Naturgesetzen also) bestimmt werden- in diesem Zusammenhang hat die Gehirnforschung festsgestellt, daß das Gehirn messbare Entscheidungen trifft die dann einige Sekunden später zwischen den Ohren auftauchen von denen wir dann denken, daß wir sie gedacht haben, daß wir die Entscheidung getroffen haben.

Also, Ich denke daß es meine Enscheidung gewesen ist weil es ja mein Gehirn ist das die Enscheidung getroffen hat. Es stimmt aber nicht wenn Ich denke daß das Gehirn mir gehört denn das „Ich“ ist ein Produkt der Gehirntätigkeit. „Ich“ gehöre also dem Gehirn!

Das Gehirn, das “altertümliche”sowie das digitale, funktioniert regelt und lenkt den Körper ganz von alleine.

Was ist dann unser sogenanntes Bewusstsein? Ist es dann auch nur ein Produkt des Gehirns? Gehirnforscher glauben, daß unser Bewusstsein, also unsere Selbst-Wahrnehmung im wachen Körper mit der Zusammenhängenden Gehirntätigkeit zu tun hat, denn, so haben sie in Tests festgestellt, im Tiefschlaf, wenn dieses Selbst-bewusstsein absolut nicht vorhanden ist, ist ebenso diese zusammenhängende Gehirntätigkeit nicht vorhanden. Das heißt: einzelne Gebiete im Gehirn funktioniern zwar wenn sie von aussen stimuliert werden, jedoch besteht im Tiefschlaf keine flächenmässige Kommunikation oder Neuron-aktivität im ganzen Gehirn.

Diese zusammenhängende gleichzeitige Tätigkeit von Neuronen in verschiedenen Gebieten des Gehirn und unser Selbst-bewusstsein erscheinen zusammen, sie sind also voneinander nicht zu trennen. Das muss man sich mal vorstellen. Dieses Ich zwischen den Ohren ist durch die Sprache hörbar gemachte Arbeitsvorgänge des Gehirns enstanden! Das muss man sich auf der Zunge ergehn lassen und verstehn.


Neuronen sind -unter anderem- so etwas wie Informationsträger die mit allen anderen Neuronen verbunden sind. Bestimmte Impulse von aussen: Worte, Bilder, Gefühle usw., aktivieren ein bestimmtes Neuron-Netz welches dann wiederum eine bestimmte Reaktion initiiert. Dieser Vorgang ist durch die Sprache für uns hörbar gemacht, so wie ein Echo.
Wenn das also alles ein rein biologischer Ablauf ist, Sprache ebenso, dann ist das was ich denke und sage und somit auch tue alles schon bio-mechanisch vorbestimmt ... und ich schau eigentlich nur zu; denk aber, daß ich es bin der es macht... Deshalb haben die alten Griechen den Merkur, Gott des menschlichen Verstandes einen „Trickster“ genannt, das heißt unser Verstand ist ein tückischer Scharlatan...     Diese Idee „Ich“ das wir zwischen den Ohren finden, dieses Echo, Wort oder Gedanke, trickt uns in den Verstand der dann zu unserem Gefängnis wird.

Wissen will gelernt sein damit wir nicht darin gefangen werden.

pinocchioWenn dieses Wissen uns aber zu Marionetten macht -wie die Holzpuppe Pinochio- dann müssen wir zum Leben erweckt werden von Menschen die das Wissen gemeistert haben, Meister wie Gurdjieff, Lau Tzu, Krishnamurti, Jesus, Mohammed, Moses, Nisargardatta Maharaj oder Socrates. Socrates war es der berühmt geworden ist mit dem Spruch “Das einzige was ich weis ist daß ich nichts weis.“ Nisargardatta in seinem berühmten Buch „Ich bin das“ sagt: „Es reicht aus zu wissen was ich nicht bin.“ Richtig, beide sagen dasselbe.   
Beide reden auch vom Verstand als ein dienendes Werkzeug. Wenn der Diener -der Verstand- nun aber Herr im Haus geworden ist dann sind wir dessen Sklave geworden. Und nach Aristoteles ist es so dass wenn wir Sklaven des Verstandes sind sind wir auch gierig...
All diese sogenannten Erleuchteten reden von der inneren Freiheit in ihrer Art und Weise, die natürlich die Kultur anspricht in der sie leben. Und da jede Kultur andere Wertvorstellung pflegt hört sich jeder Erleuchtete anders an, doch wenn man einen Überblick bekommen hat dann weis man daß sie alle von derselben Sache reden. Von der inneren Freiheit der Seele, frei von den Zwängen Mutter Natur, frei von ihrer geistes-wissenschaftlicher Beeinflussung. Birth_of_Venus_Botticelli
Als Astrologe ist das für mich die Auferstehung der Seele das in der Mythologie durch das Auftauchen von Venus aus dem Meere dargestellt wird.

Aber meine Vorstellung von Menschlichkeit ist nicht unbedingt allgemeingültig. Also was ist Meschlichkeit? Lass uns jetz mal ein bisschen philosophieren.

Menschlichkeit im objektiven, wertfreien Sinn umfasst alles menschliche, also sämtliche – „gute“ sowie „böse“ - menschliche Taten, Sichtweisen, Eigenschaften, etc. Das ist aber eigentlich nur eine biologische Spezifizierung, in dem Sinne, daß „Tiere tierisch sind“ und „Menschen menschlich“. Die philosophische Frage von „was ist Menschlichkeit“ ist also nicht so einfach zu beantworten wie es uns auf den ersten Blick erscheinen mag.

Für Johann Gottfried Herder (1744 - 1803) Dichter, Theologe und Kultur-Philosoph und einer der einflussreichsten Schriftsteller und Denker Deutschlands im Zeitalter der Aufklärung ist Menschlichkeit „ein Werk, das unablässig fortgesetzt werden muß, oder wir sinken... zur rohen Tierheit, zur Brutalität zurück.“ Dieses Werk, von dem er spricht, ist also eine Handlung, ein ständiges tun, aber von was?
„Was solln wir tun“, oder „wie solln wir leben?“ das sind Fragen die seit Socrates(469-399 v. Chr.) unser Denken prägt und mit dem Begriff der Ethik verbunden ist. Die Ethik befasst sich mit dem menschlichen Handeln.

Socrates hat uns indirekt darauf aufmerksam gemacht, daß solange unsere Handlungen von traditionellen Moralvorstellungen und gesellschaftlichen Vereinbarungen, also Konventionen, bestimmt werden, dh, solange wir ein bestimmtes Denkmuster folgen welches bestimmt was gut und richtig ist, solange sind wir nicht frei in unserem Handeln und somit verhalten wir uns wie unbewussten Tiere die sich nach den Regeln der Natur verhalten müssen.

Ein Lehrer von Herder, Immanuel Kant (1724-1804), sagte 1784 dazu folgendes:  „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Anleitung eines anderen zu bedienen. Selbst verschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude [wage es verständig zu sein]! Habe Muth, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“ Wie schon gesagt: „Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung.“
Kant hat die philosophischen Fragen so formuliert: „“ „Was soll ich tun?“ „Was darf ich hoffen?“ und „Was ist der Mensch?“ die er in seiner Erkenntnistheorie seiner Ethik, seiner Religionsphilosophie, und seiner Anthropologie versuchte zu beantworten.

Einer der berühmtesten Politiker, Redner und Philosophen der  römischen Antike, Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.) stellte schlicht die Frage „Was macht einen Menschen zum Menschen?“ Also ich würd „im Unterschied zum Tier“ hinzufügen und somit die biologischen Merkmale von vornherein ausklammern, denn rein körperlich gesehn sind wir ja auch nur Tiere.

Herder hat mit dem Werk sicherlich den bekanntesten und einflussreichsten Philosophen der Geschichte Aristoteles (350 -321 v. Chr.) im Kopf gehabt, denn der hat das Wort „Energeia“ geprägt, was soviel wie „in Werk sein“ bedeutet. Menschlichkeit ist also etwas energetisches; Menschlichkeit ist die Energie die handelt oder am werken ist.
Der Begriff Energie steht bei Aristoteles in engem Zusammenhang mit „Entelechie“: eine Eigenschaft oder innewohnende Kraft der Selbstverwirklichung. So ist zum Beispiel der Schmetterling die Entelechie der Raupe, das heißt der Schmetterling ist die vollendete Gestalt der Raupe, ihre Selbsverwirklichung. Der Schmetterling steht bereits im alten Griechenland für Glück und Neubeginn sowie für die Seelen der Toten. Psyche, das altgriechische Wort für Seele, bedeutet nicht nur Atem, Hauch und Lebenskraft, sondern auch Schmetterling.

Wenn die Raupen wüssten, was einmal sein wird
wenn sie erst Schmetterlinge sind,
sie würden ganz anders leben:
froher, zuversichtlicher und hoffnungsvoller.
Der Tod ist nicht das Letzte.
Der Schmetterling ist das Symbol der Verwandlung,
Sinnbild der Auferstehung.
Das Leben endet nicht, es wird verändert.       

Heinrich Böll 1917-1985

So wie die Raupe sich in einen Schmetterling verwandeln kann so kann das menschliche Tier sich in einen Menschen verwandeln. Wenn das menschliche Tier, als menschliche Raupe sozusagen, diese Möglichkeit verwirklicht hat, also Mensch geworden ist, führt es, so sagt Aristoteles, ein geglücktes Leben. Für Aristoteles ist ein geglücktes oder glückliches Leben nicht ein subjektives Glücksgefühl das mann bekommt wenn mann im Lotto gewonnen hat sondern die Verwirklichung von Glückseligkeit.   
Der Weg zur Glückseligkeit, dieses Werk, daß unablässig fortgesetzt werden muß, ist nach Aristotele‘s Meinung ein tugendhaftes Leben. Biblisch gesehn ist „tugendhaft“ das Gute und „lasterhaft“ das Schlechte oder Böse.

Politische und religiöse Staatsmächte haben aber normalerweise nicht die Verwirklichung von Glückseligkeit zum Ziel, jedenfalls nicht für alle. Das erwünschte menschliche Verhalten sowie das unerwünschte unmenschliche Verhalten werden durch menschliche Gesetze und göttliche Gebote bestimmt die durch Androhung von Strafe verordnet.

Durch den politischen und religiösen Missbrauch von Tugenden enstehen dann „Bürgerliche Tugenden“ wie Pünktlichkeit, Pflichtbewusstsein, Sauberkeit, Gehorsam, Fleiss und Sparsamkeit, die alle den wirtschaftlichen Erfolg des Staates als Ziel haben; das heisst, in gewisser weise den reibungslosen Ablauf der Fliessbänder garantieren.
Kein Wunder, daß alle „Tugenden“ -bürgerliche sowie religiöse- in der heutigen Zeit, hauptsächlich in der Jugend, als veraltete Moralwerte autoritärer Staatsgewalten angesehen werden. Die staatlich eingebürgerten Moralwerte dienen eigentlich nur dazu die Individualität zu zerstören und Marionetten aus uns Bürgern zu machen. Marionetten die sich natürlich sehr gut für die Fliessbänder der Gesellschaft eignen, im Sinne von:„der dressierte Affe einer modernen Sklaverei“.
Aber durch die Verwerfung und somit dem Verfall von Tugenden scheint dem Lasterhaften oder Bösen keine Grenzen mehr gesetzt zu sein. Gerechtigkeit, Nächstenliebe, Güte, Mitgefühl sind aus der Mode gekommen. Mit dem verschwinden von Tugenden werden die Laster, allen voran die Gier immer offensichtlicher, in allen Bereichen unserer Gesellschaften. Gier ist eine der Sieben Todsünden, die zB im Christentum den zehn Geboten gegenüber gestellt wurden.

The Seven Deadly Sins

  • Acedia: Trägheit des Herzens/des Geistes (Faulheit, Feigheit, Ignoranz)
  • Luxuria: Wollust (Genusssucht, Ausschweifung)
  • Superbia: Hochmut (Übermut, Eitelkeit, Stolz)
  • Ira: Zorn (Wut, Vergeltung, Rachsucht)
  • Invidia: Neid (Missgunst, Eifersucht)
  • Avaritia: Geiz (Habgier, Habsucht)
  • Gula: Völlerei (Gefräßigkeit, Unmäßigkeit, Maßlosigkeit, Selbstsucht)

Diese Sieben Todsünden oder Laster sind eigentlich sieben verschiedene Arten der Sucht, Selbstsucht, Habsucht, Eifersucht, Rachsucht, Gefallsucht, Genusssucht, und die seelische Schwindsucht die durch die sieben Tugenden Klugheit, Gerechtigkeit, Massheit, Tapferkeit, Glaube, Hoffnung und Liebe im Griff gehalten wurden.
Also durch die Verwerfung und dem Verfall von Tugenden werden die bösen Laster wie Gier und Ungrechtigkeit natürlich offensichtlich.  Die Folgen der Gier sind altbekannt. Gier oder Habsucht, galt schon in der Antike als Störung des Seelenfriedens und der menschlichen Glücksfähigkeit.

Midas goldKönig Midas –so heißte es in der griechischen Mythologie- bat Dionysos, Gott der Fruchtbarkeit und der Ecstase, darum: daß alles was er berühre zu Gold werde. In kürzester Zeit wurde Midas steinreich und drohte zu verhungern. Denn alle Nahrungsmittel die er anfasste wurden ebenfalls zu Gold.  Seine Habgier brachte ihn an den Rand des Todes.

Gier in den Griff zu bekommen kann nur durch den grossen Aufwand der Zähmung erreicht werden, so sagt die Wissenschaft. Diese Zähmung der Hormone und Neurotransmitter wurde bis vor kurzem noch durch die Ausbildung der Tugenden vollzogen! Das Ziel des menschlichen Lebens, so Aristoteles in seinem Buch über  Ethik und Staatslehre, ist das gute Leben, das Glück. Für ein glückliches Leben muß man Tugenden ausbilden, wozu ein entsprechender Umgang mit Begierden und Emotionen gehört.

Die Ausbildung der Tugenden ist also die Zähmung oder Zügelung des Gehirns das uns in natürlicher Weise süchtig macht durch vergrösserter Produktion des Glückshormon Dopamin und des Sexualhormon Testosteron.
Solange diese Zähmung auf gesellschaftlicher Ebene nicht ausgeübt wird wird es in all unseren Gesellschaften immer schlimmer werden, immer ungerechter, gewallttätiger und grausamer -gausam grau.


George Ivanovic Gurdjieff January 13, 1866? – October 29, 1949 verglich den Verstand mit einem Kutscher, wobei die Kutsche den menschlichen Körper representiert und das Pferd die Emotionen. Der Fahrgast in der Kabine, der die Kutsche gemietet hat, representiert das Ich zwischen den Ohren. Unsere menschliche Kutsche, ob dick oder dünn, hübsch oder hässlich, transportiert dieses Ich von einem Ort zum anderen. Beide, Fahrgast und Kutscher, „Ich“ und der Verstand, sind nicht Eigentümer der Kutsche. Den Eigentümer nannte Buddha den Zeugen, Nietsche nannte ihn Supermann, andere nennen ihn den Erleuchteten Meister, Gurdjieff nannte ihn den „Perfekten Mensch“ interessant ist auch daß Gurdjieff seine Lehre der Menschwerdung ähnlich wie Herder und Aristoeles „Das Werk“ nannte oder „Der vierte Weg“.

„Lau Tzu “, der Alte Meister“ von China (600 v. Chr. ) Welt berühmt durch sein Buch „Tao Te Ching“ –was so etwas wie die Bible ist- bezeichnete seine Lehre schlicht als Tao, „Der Weg.“    Bedrängt von seinen Schülern seine Lehre niederzuschreiben bevor er stirbt beginnt Lau Tzu sein Buch mit: was gesagt werden kann, kann nicht wahr sein. Das bedeutet, daß das Wissen von Worten und Begriffen nichts mit der Erleuchtung eines Menschen zu tun hat.   

Wie auch immer wir die Lehre der Menschwerdung nennen, Tugend oder Tao, es geht darum den Verstand und sein Wissen zu benutzen lernen; „richtig erlernen“, wie Buddha [560 v. Chr.] es nenen würde, denn wer es nicht richtig erlernt wird darin gefangen genommen ohne es zu wissen.  
Das Wort Buddha ist von bud (erwachen) abgeleitet. Prinz Siddhārtha Gautama wurde Buddha der Erwachte genannt weil er aus der Nacht des Irrtums und Unwissenheit erwacht in das Licht der Erkenntnis getreten ist. Buddha wird nicht als ein Gott verehrt sondern er wird als ein Wegweiser gesehen der zur Eleuchtung für den einzelnen Menschen führt. Buddha wird verehrt weil er aus eigener Kraft, nicht durch die Offenbarung eines Gottes und nicht durch das Studium heiliger Schriften, sondern allein durch Meditation Mensch wurde. Siddhārtha wurde Buddha weil er alle Verblendung und alle Gier überwunden hat. Das heisst er hat gelernt mit dem Verstand umzugehn -oder anders ausgedrückt- er hat den Verstand gemeistert.
Im Buddismus geht es genauso wie in der Sokratischen Phiosophie um Ethik und Erkenntnis. Und ähnlich der Grichischen „philosophia moralis“, sowie des „Tao te Ching“ von Lao Tzu und dem Werk von Gurdjieff hat Buddha einen individuellen Weg beschrieben. Um 525 v.Chr. sprach er in Benaris zum ersten Mal von den vier edlen Wahrheiten und dem edlen achtfache Pfad.


1 Das Leben ist leiden. Damit wird nicht nur körperliches leiden gemeint sondern auch Unzufriedenheit Langeweile und dergleichen.    
2. Das Leiden hat erkannbare Ursachen. Leiden entsteht aus der Gier weil wir nicht zufrieden sind mit dem wie es ist
3. Die Ursachen können beseitigt werden: Es giebt einen weg heraus Dieser Weg wird nirvana genannt das „nicht mehr brennen“ bedeutet, buchstäblich übersetzt heißt es: „das ausblasen der Kerze“
4. dafür gieb es ein Mittel : der edle achtfache Pfad


1) rechte Anschauung (Kenntnis der 4 edlen wahrheiten)
2) rechtes denken (Überwindung der Ich-bezogenheit)
3) rechtes Wort (Verzicht auf Geschwätz und Verleumdung)
4) rechtes Handeln (keine Taten begehen die anderen schaden)
5) rechte Lebensführung (tu nichts schlechtes wie waffenverkauf)
6) rechtes Streben (streng dich an gutes zu tun)
7) rechte Achtsamkeit (verfolge deine Handlungen und Gedanken)
8) rechte Sammlung (rechte meditation) vollkommene Ruhe

In einer Welt wo Kapitalgewinn, Leistungsfähigkeit und praktischer Nutzen die treibenden Kräfte sind wird Philosophie sowie Astrologie von vielen als nutzlos und realitätsfremd angesehen. Philosophie sowie Astrologie sind “altertümliche” Wissenschaften die sich für die Erschaffung der Menschheit einsetzen.
In der Antike war die Tugendslehre der Philisophie so etwas wie eine Erziehungsmethode für die Menschwerdung. Durch die Christianisierung der Tugenden enstanden daraus gottesfürchtige Gebote die befolgt werden mussten, also eigentlich keine Tugenden mehr sind sondern erzwungene Vehaltensregeln.


In John Steinbeck‘s Buch „Jenseits von Eden“ für das er den Friedens-Nobelpreis bekommen hatte, beschreibt er wie durch sprachliche Beeinflussung oder falscher Übersetzung aus „du kannst“ „du sollst“ wurde. zB aus:„du kannst nicht töten“ wurde „du sollst nicht töten“. Aus einer tugendhaften Erkenntnis wurde ein Gebot des Allmächtigen. Somit wurden nicht nur die Laster gezähmt sondern auch die Menschen.
Die gutgläubigen gottesfürchtigen  Menschen wurden gefügig gemacht, denn fortan hatten sie keine andere Wahl.  Denn wer diese Gebote und Gesetze nicht befolgt wird bestraft.


Astrologie kann die nötige Aufgabe der Zähmung übernehmen ohne den Einzelnen zu versklaven; da Astrologie keine Religion ist und auch keine Staatslehre einer bestimmten Kultur, sondern eher eine kosmische Lehre universeller Einheit. Astrologie ist eine Lehre ohne Meister und von daher entstehen auch keine Auseinandersetzungen zwischen den Schülern verschiedener Meister. Jesus, Mohammed, Moses, Buddha oder Lau Tzu sind in diesem Sinne nur Sprachrohre dieser Lehre.  Die Lehre ist wichtig, nicht der Meister. Die Erziehung ist wichtig nicht der Erzieher.
Die Natur hat ihre eigene Erziehungsmethode, den ständigen Überlebenskampf, den Wettkampf. Die Natur braucht keine Erzieher, sie entwickelt sich von alleine. Die Natur braucht kein Bewusstsein um zu funktionieren; Die Natur braucht keine Meister für ihre Organisation; selbst die Menschlichkeit könnte sich natürlicher Weise entwickeln, wie man das bei den Bonobos im Kongo sehen kann. Vorausgesetzt daß, wie bei den Bonobos, die Wettkampfregeln der Natur wegfielen. Denn wenn das nicht geschehen würde, dann wäre eine Zähmung nötig, und zwar die Zähmung der Hormone im Gehirn die den natürlichen Wettkampf instinktiv regeln. Doch ohne Kenntnis dieser Vorgänge im Gehirn erscheint eine Zähmung höchst unwahrscheinlich.
Was heutzutage die Gehirnforscher wissenschaftlich darstellen haben früher einsichtige Philosophen beschrieben.
Wenn wir die Menschwerdung nicht dem Zufall überlassen wollen scheint das verzehren von Wissen nötig zu sein doch ist diese Erkenntnis mit Vorsicht zu genießen. Diese „Vorsicht“ „Aufsicht“ oder „Übersicht“ im Umgang mit unserem Denkapparat war und ist die Aufgabe der philosophischen Tugenden. Durch den tugendhaften Genuss der Erkenntnis ist die richtige Verdauung des Wissens gewährleistet und somit Menschwerdung möglich.
Ohne diese tugendhafte Zähmung des altertümlichen Gehirns werden durch das angehäufte Wissen die Wettkampfregeln der Natur in den Brennpunkt unserer Aufmerksamkeit gestellt, das heißt, dieser Aufschaukelungseffekt tritt ein und erhitzt, verstärkt oder vergrössert den Bedarf nach Sicherheit und Übermacht. So ensteht die Sucht nach Macht. So ensteht Gier und Masslosigkeit und all die anderen Laster.

Wenn wir Astrolgie als eine Lehre frei von allen politischen und religiösen Wertvorstellungen sehn können, die zwar in allen Sprachen gesprochen werden kann aber im Kern eine übergeordnete kosmische Sprache universeller Einheit ist, dann haben wir so etwas wie eine moderne globale Tugendlehre die diese Zähmung übernehmen kann und somit uns allen auf Erden Menschlichkeit lehrt.
Durch das erlernen der astrologischen Sprache erlernen wir eine kosmische Sichtweise, durch die diese Zähmung ausgeübt wird. Anstelle einer getönten Sichtweise einer Kultur schauen wir durch die vierfarbige Lense kosmischer Einheit.
Die vier Farben stehen für die vier Elemente der Astrologie, die der berühmte Mitbegründer moderner Psychologie sowie Astrologie, C.G. Jung, in das Modell der vier psychologische Typen umwandelte.
Durch das bewusst werden von Beziehunmg zwischen allen Einzelteilen wird ein immer grösseres Bewusstsein der Einheit, ein immer grösseres Verständnis von allen Zusammenhängen geschaffen. Mit dem wachsenden Verständnis wächst auch das Bedürfnis das eigentliche Ziel der Astrologie zu erreichen: als Mensch zu erblühen. Dieses wachsende Bedürfnis ensteht durch das unablässige werken, wie Herder es sagen würde, durch die innerliche Kraft der Wandlung, die Entelechie des Aristoteles. Dieses wachsende Bedürfnis ist auch vergleichbar mit dem Prinzip der Hoffnung von Marxist Philosoph Ernst Bloch (1885 – 1977). pandoras-box
Wobei zu bemerken ist daß Ernst Bloch’s Hoffnung nichts mit der Hoffnung zu tun hat die in der Büchse der Pandorra als einziges Gift zurückblieb -dh von all den Lastern und Untugenden die der Vernichtung der Menschheit galten blieb Hoffnung alleine in der Dose. So wurde die Menscheit in die Dose gelockt und darin gefangen gehalten, in den Glauben, daß allein die Hoffnung uns retten kann von den frei-gelassenen Übel. Diese Hoffnung macht uns untätig! Wir bleiben in der Büchse und warten auf bessere Zeiten.
Friedrich Nietzsche schreibt über die Hoffnung in Anlehnung an die Büchse der Pandora: "Zeus wollte nämlich, daß der Mensch, auch noch so sehr durch die anderen Übel gequält, doch das Leben nicht wegwerfe, sondern fortfahre, sich immer von Neuem quälen zu lassen. Dazu gibt er dem Menschen die Hoffnung: sie ist in Wahrheit das übelste der Übel, weil sie die Qual der Menschen verlängert."  Durch Untätigkeit!
Hoffnung kann aber auch unter Umständen eine positive Einstellung des Menschen sein die eine Handlung einleitet. Wenn das was wir erhoffen uns dazu verleitet alles dafür zu tun dann werken wir –in Herders Worten- unablässig an dessen Verwirklichung.

Das unablässige werken kann auch anders dargestellt werden. Buddha zB sprach vom „zeugen“ wobei der Zeuge ein Erzeuger ist sowie Beobachter eines Geschehens! Diese Doppelsinnigkeit des Wortes Zeuge im Sinne von werken und bemerken, hat somit die Begriffe Wirksamkeit und Achtsamkeit vereinheitlicht. Anders herum gesehn leitet sich folgendes ab: wer achtsam ist ist wirksam, oder wer achtsam ist kann wirklich handeln... oder werken.

Diese Achtsamkeit ist der eigentliche Kernpunkt aller Philosophien und Religionen auf Erden; zumindestens vom astrologischen Standpunkt aus gesehn. In der vierfarbigen Lense der Astrologie ist die Achtsamkeit die innerliche Qualität der Seele.
Eins nach dem anderen. Was ist denn nun eigentlich die Seele? Nach religiöser oder philosophischer Auffassung ist die Seele etwas inmaterielles, also etwas nicht körperliches sondern spirituelles oder geistiges, das nicht dem Körper zugehörig ist, sondern den Körper sogar verlässt wenn der stirbt.
Die Seele ist demnach das Unsterbliche, das ewige Sein im Dasein. Sie befindet sich im Innersten eines jeden Menschen; genaugenommen in jedem Einzelteil der kosmischen Gesammtheit. Die Seele ist der „der innerste Kern“ des Daseins. Ohne Seele geht nichts.

Sprachlich gesehn wird vermutet daß das Wort „Seele“ eine Ableitung von dem Wort „See“ ist, da nach alter germanischer Vorstellung die Seelen der Toten und Ungeborenen im Wasser wohnten, auf dem Grund des Meeres.
Die Grundbedeutung des Begriffes Seele soll demnach „die zum See Gehörende“ sein.

Im heutigen Sprachgebrauch wird „Seele“ durch den Einfluss der Psychologie „Psyche“ genannt -das ist das altgriechische Wort für Seele- um somit eine wissenschaftliche Betrachtung des menschlichen Innenlebens zu erlauben, dh. eine von den seelischen Vorgängen losgelöste Betrachtung zu ermöglichen. Somit sind wir nicht nur ärgerlich oder traurig sondern können unbeteiligt Ärger und Traurigkeit beobachten.
In der astrologischen vierfarbigen Lense wird die Seele mit dem blauen Element Wasser verknüpft was den Ursprung des Daseins illustrieren soll.

Achtsamkeit, Wesen der Nacht

Wasser representiert also die inmaterielle Basis des Daseins, die Unterhalb des Horizonts im Dunkeln liegt. Die ewige Dunkelheit illustriert das Unbewusste. Hier fängt alles an. Hier ist alles eins –im wahrstem Sinne des Wortes.
Das Sein der Seele ist eine ewige Einheit wärend das Dasein der Existenz eine Gemeinschaft von vielen Körpern ist die kommen und gehn. Kurzum es giebt nur eine Seele in allen Dingen. Diese ewige inmaterielle Basis des Daseins, das Sein oder die Seele, wird in der Astrologie umfassend illustriert und somit besser vorstellbar gemacht:

Der seelische Wasser-Quadrant hat drei Kompartments, die sogenannten drei Modalitäten die aus den restlichen drei Elementen Feuer, Erde und Luft bestehen. Feuer ist anregend, Erde fest oder stabil und Luft ausgleichend oder verbindlich.
Im Kern der Seele regiert die Liebe, das steht fest. Venus, Göttin der Liebe hat zwei Hände: Initiative und Intelligenz, die mit dem hitzigen Draufgänger Mars und witzigen Schlauberger Merkur illustriert werden. Das ist alles was für die Erschaffung des Daseins nötig ist.
Der astrologische Ursprung des Daseins ist nicht Gott der Schöpfer sondern die Schöpfungskraft. Wenn diese Schöpfungkraft tätig ist ensteht das Dasein und im Stillstand herrscht Stille. Von daher schöpfen wir Kraft in der Stille der Nacht. Schöpfungskraft ist also im wesentlichen Liebe mit Willenskraft und Intelligenz. Liebe kreiert still und heimlich. 

In diesem Sinne ist Achtsamkeit eine Eigenschaft der Liebe. Achsamkeit ist also ebenso mysteriös und kreativ wie Liebe.
Der Zusammenhang zwischen Kreativität und Achtsamkeit ist in der Deutschen Sprache durch den Begriff „Zeuge“ verdeutlicht. „Zeuge“ ist nicht nur Jemand der hinterher vor Gericht bezeugen kann was hier und jetzt geschieht sondern auch Zeugungskraft.
Der Ursprung, die Geburt des Daseins, diese unterhalb des Horizonts in der Dunkelheit liegende liebliche Seele, ist etwas absolut mysteriöses. Und das wird auch immer so bleiben denn wir werden nie wissen können wie und wieso das Dasein der Existenz begann -damit meine ich jetzt nicht unseren einzelnen Körper sondern die gesammte Existenz. Wir werden geboren und fallen in Liebe; das ist nicht unser tun, das passiert von alleine. Alle Theorien des Ursprungs -ob wissenschaftlicher Urknall oder religiöse Schöpfung- werden eine Sage bleiben, ein Mysterium, ein unlösbares geheimnisvolles Rätzel -etwas das wir nicht wissen können.  

In moderner Umgangssprache -bestückt mit vielen Fremdworten -könnte diese mysteriöse Achtsamkeit „Inkognito Kognition“ genannt werden, was ein Rätzel an sich ist weil es kein normaler Deutscher verstehn kann. Übersetzt bedeutet es „unerkannte Achtsamkeit“ -„unerkannt“ nicht unbekannt; dh. diese unbewusste inmaterielle Geistigkeit ist eine sich selbst nicht wahrnehmende Wahrnehmungskraft.
Der unbewusste geistige Vorgang der Wahrnehmung wird durch die materielle Geistigkeit des Gehirns, dem Verstand möglich gemacht. Durch den Verstand ist es der Achtsamkeit der Seele möglich geworden die Existenz und deren Reize wahrzunehmen. Der Verstand ist also so etwas wie ein vermittelndes Messinstrument das die Aufgabe hat „Achtung Achtung!“ zu verkünden.

Da der Verstand sich ebenso unterhalb des Horizonts befindet geschehen die eigentlichen geistigen Vorgänge (die electro-chemischen Vorgänge im Nervensystem des Gehirns) ebenso unbewusst wie die Wahrnehmung der Seele.
Gedanken die wir zwischen den Ohren finden sind Produkte der Gehirntätigkeit. Die Frage ist wer oder was das Gehirn betätigt –der menschliche Spirit oder Mutter Natur. Von Natur aus sind Gedanken so etwas wie Echoes der geistigen Vorgänge die durch die in den Synapsen gespeicherten Erfahrungen und den modulierten Definitionen einer Kultur hergestellt werden. Der Bereich in dem wir die Gedankenvorgänge der unbewussten Geistigkeit wahrnehmen ist das Unterbewusstsein.

Was wir im Deutschen den Geist nennen damit ist allgemein der Verstand gemeint. Von daher macht die Astrologie die geistige Unterscheidung zwischen Spirit und Verstand, zwischen Menschlichkeit und Mentalität. Die unterbewusste Geistigkeit des Verstandes ist das uns allernächste, weil wir zuerst durch den Verstand und seine verschiedenen Funktionen die Außenwelt einschließlich unseres eigenen Körpers wahrnehmen

Spirit oder Menschlichkeit ist die bewusste Geistigkeit, der sogenannte ‚heilige Geist‘; und der Verstand ist die ‚unterbewusste Geistigkeit‘. Der Unterschied ist zwischen einem authenischen Redner und einen automatischen Nachäffer.
Der Spirit wird auch häufig als eine Seele dargestellt da die Seele als eine Art von persönlicher Geist angesehen wird der oder die den Körper verlassen kann. Astrologisch gesehn giebt es aber nur eine Seele. Seele ist also die ‚unbewusste inmaterielle Geistigkeit, ‘Spirit die bewusste inmaterielle Geistigkeit. Der unbewusste Zustand der inmateriellen Geistigkeit ist also die Achtsamkeit der Liebe; Achtsamkeit ist das Wesen der Seele.
Und im Körper finden wir die ‚unbewusste materielle Geistigkeit‘, die Logistik der Nerventätigkeit im Gehirn.

Allgemein wird unter Achtsamkeit Aufmerksamkeit verstanden. Aufmerksamkeit ist jedoch die Konzentration unserer Wahrnehmung auf bestimmte Reize unserer Umwelt oder auf das eigene Verhalten und Handeln, sowie Gedanken und Gefühle, wärend mit Achtsamkeit die Wahrnehmung gemeint ist, in der man ein breites Achtgeben auf alle Phänomene hat. Die ungerichtete Achtsamkeit der Seele ist also von der gerichteten Aufmerksamkeit des Verstandes zu unterscheiden. Fokussierung -eine Spezialität des Verstandes- verengt unsere Wahrnehmung da sie sich auf etwas spezielles richtet. Die breite Achtsamkeit der Seele hat keinen Focus.

Im Focus des Verstandes steht die Sicherheit des Körpers. Der Verstand ist also ein Sicherheitsmechanismus der automatisch das Verhalten des Körpers bestimmt. Dieses automatisierte Handeln wird besonders in kritischen Situationen offensichtlich; zB. wenn wir plötzlich ein unbekannte Schlange vor uns sehen.
In der Tierwelt läuft das alles voll-automatisch nach den Regeln der Natur. Bei den Menschen wird das mit den Regeln der Kultur moduliert... (*eine Modulation ist die Vermischung von zwei verschieden Schwingungen, wobei eine als Träger funktioniert die andere eine Information beinhaltet) und das geschieht natürlich auch voll-automatisch. Mann frühstückt, putzt sich die Zähne oder spricht mit jemanden, jedoch ohne wirklich anwesend zu sein. Machmal kann es dann einem so vorkommen, daß das Leben an einem nur so vorbeigerauscht ist ohne es richtig bewusst gelebt zu haben. 

Achsamkeit bedeutet im gegenwertigen Moment aufmerksam zu sein für das was gerade geschieht. Mann riecht, schmeckt, sieht, hört oder fühlt ohne es zu bewerten. Eigentlich ist das ein ganz natürlicher Zustand den wir mit allen Tieren mehr oder weniger gemeinsam haben. Das Leben in dieser Weise wahrnehmen zu können ist jedoch etwas besonderes geworden da der kultivierte Verstand unsere Wahrnehmung und somit auch unsere Handlungen beeinflusst, das heißt, der von der Kultur eingestellte Sicherheitsmechanismus reguliert das Verhalten des Einzelnen in der Gesellschaft. So funktioniert der Mensch wie eine Matrionette die and Fäden hängt die von der Kultur bewegt werden; wie ein Schlafwandler der bei Vollmond auf dem Dach im Nachthemd mit ausgestreckten Händen spazieren geht.

Achtsamkeit wird der Zustand genannt in dem wir die Gegenwart wahrnehmen. Solange unsere Wahrnehmung vom Verstand beeinflusst wird ist unsere Achtsamkeit hauptsächlich mit Vergangenheit und Zukunft beschäftigt. Bewährte Erfahrungen (der Vergangenheit) fokussieren den Verstand auf ein bestimmtes Programm das die zukünftige Sicherheit gewährleistet und somit bestimmt was wie und wann getan wird... voll-automatisch natürlich.

Buddha hat das schon vor 2500 Jahren erkannt. Im Buddhismus spielt die Achtsamkeit ein zentrale Rolle. Der Buddhismus ist für den Osten das was das Christentum für den Westen ist, obwohl strenggenommen der Buddhismus kein Glaubensbekenntnis ist sondern eine Technik die der eigenständigen Erschaffung von Erleutung dient, eine Erschaffung der Menschlichkeit.

Das Ziel Buddhistischer Meditation-Übungen ist Achtsamkeit zu einer durchdringenden Geisteshaltung zu machen. Die systematische Ausbildung der Achtsamkeit ist eine Methode den Menschen aus dem alltäglichen Bedrängnis und Wirrsal zu führen -und darüber hinaus die endgültige Befreiung des Geistes von den drei großen Leidbringern, Gier, Haß und Verblendung herbeizuführen.
Buddha lehrt also den Geist zu erkennen, zu formen und zu befreien, wobei mit dem Geist der Verstand gemeint ist.

Das Gedankengut des Buddhismus hat aber erst im letzten Jahrhundert das westliche Denken beinflusst da es mehr eine Lehre für gebildete Menschen ist (und somit für die wachsende Schicht reicher Leute in den westlichen Gesellschaften die sich eine gute Bildung leisten können, wärend die „Armen“ sich häuffiger durch das Christentum eine bessere Zukunft erhoffen. Hoffnung kostet nichts; es ist billig.)  

Wie auch immer, Achtsamkeit wurde zuerst unter der Bezeichnung „Sensory Awareness“ (dh. sinnliche Achtsamkeit) in westliche psychotherapeutische Konzepte eingeführt. Spezifische Achtsamkeitsübungen wurden schon 1951 in Fritz Perl‘s Gestalttherapie entwickelt. 1979 gründete PhD der Molekularbiologie Jon Kabat-Zinn die Stress Reduction Clinic in der er mit dem Programm der Achtsamkeit-basierten Stress Minderung Achtsamkeitsübungen in die westliche Medizin einführte. Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR) ist ein achtwöchiger Kurs, in dem teilweise aus Hatha Yoga, Vipassana und Zen stammende aufeinander abgestimmte Aufmerksamkeitsübungen und die Achtsamkeitsmeditation miteinander verbunden sind. Seit dem wurden immer mehr neue achtsamkeitsorientierte Psychotherapieverfahren entwickelt.  
„In der Übung der Achtsamkeit“ wendet man sich mit ungeteilter Aufmerksamkeit seinem gesamten zur Verfügung stehenden Wahrnehmungsspektrum zu, ...„erweitert“ dabei den Bereich, auf den man sich aufmerksam richtet, immer mehr – bis zu jener unbegrenzten und deswegen weit-offenen Achtsamkeitshaltung, die mit „Achtsamkeit“ gemeint ist.
Also eigentlich wird nicht die Achtsamkeit geübt sondern die Aufmerksamkeit erhöht, oder ausgedehnt (Jupiter) was wir allgemein eine „Erweiterung des geistigen Horizonts“ nennen. Das Ziel ist das sich Bewusstwerden der Achtsamkeit.

Das Bewusstwerden der Achtsamkeit, des Seins, das Erwachen Seele, wird in der astrologischen Mythologie durch die Auferstehung der Venus aus dem Meere illustriert. „Mann“ (und damit mein ich jeden Mensch) wird sich bewusst im Kern des Seins Liebe zu sein. Bewusste Achtsamkeit ist also das Merkmal eines Erwachten Menschen. Dieses Erwachen ist natürlich nicht das Erwachen des Körpers sondern des Geistes.
Astrologie lernen bedeutet natürlich auch sich in der Aufmerksamkeit zu üben und ist somit auch eine Technik des Menschwerdens.

Wenn wir Venus im Kern der Seele als eine illustration der Achtsamkeit sehn, als illustration der unbewussten inmateriellen geistigkeit dann illustriert Uranus den Kern des Spirits, dann representieert Uranus das Wesen der Menschlichkeit... der bewussten inmateriellen Geistigkeit.
Das ist auch nicht verwunderlich wenn wir wissen, daß Venus und Uranus eigentlich ein und dasselbe sind im Wesen. Venus erhob sich aus dem Meer nachdem sie sich aus dem (von Saturn abgeschittenen) Genital des Uranus transformiert hatte. Die Auferstehung der Venus illustriert somit die Verkörperung des Uranischen Ideals: Kosmische Einheit. Uranus war verwirrt im Kopf, er hatte dadurch nicht bemerkt, daß das was er idealisiert und (in der Aussenwelt) suchte in sich hatte. In gewisser weise musste das (wahnsinnige) Ideal sterben damit die Liebe leben kann.

Dieses wahnsinnige Ideal ist natürlich die Projektion des verwirrten Verstandes. Es ist nicht der Verstand der stirbt oder wie ein teuflisches Übel vernichtet werden muss. Die Verwirrung muss verschwinden, der Knoten entwirrt werden. In gewisser weise muss mann den Verstand in Ruhe lassen.

In der Astrologie ist eigentlich das eine Folge-erscheinung. Mann kann den Vorgang aber auch einüben und beschleunigen durch eine Meditation die ich den „Geistigen Striptease“ nenne.
die Technik des „geistigen striptease“ – der geistigen Entkleidung- ist das Echo des Verstandes ausklingen zu lassen. Es keine Energie geben ... am besten sich in eine gesicherte Situation zurückziehen wie zB. in eine Höhle in den Himalayas und somit dem Verstand keine neuen Reize giebt die gemessen, verglichen, assoziiert und bewertet werden müssen um die Sicherheit des Körpers zu gewährleisten, denn das ist die eigentliche Aufgabe des Verstandes. Wo auch immer man sich zurückzieht die Regelmässigkeit dieser Ausübung ist wichtig damit der Verstand sich daran gewöhnt und somit irgendwann aufhört die Stille zu stören.

Wenn der Verstand ruhig geworden ist ver-rückt die Basis der Wahrnehm zurück in die Stille der Achtsamkeit ganz von alleine da die Verwirrung ein Ende hat.
Astrologie ist also nicht nur ein erlernen einer kosmischer Sichtweise, sondern auch ein sich vertiefen in das eigene Sein, in die Stille der Achtsamkeit.

Dieses sich bewusst werden der Seele ist das Ziel der astrologischen Reise (des astrologischen Weges). Durch das erlernen der astrologischen Sprache wird gezielt eine kosmische Sichtweise erworben, die es einem ermöglicht wie in einem Spiegel sich zu erkennen.
Ein immer grösser werdenes Verständnis der Zusammenhänge illustriert durch den astrologischen Zodiac führt langsam aber sicher zu einer intergalaktischen Sichtweise der kosmischem Einheit. Diese Sichtweise motiviert Venus sich zu zeigen.

Diego-Velazquez-A-Venus-at-Her-Mirror

"Spieglein Spieglein an der Wand

wer ist die Schönste im ganzen Land?"

Ich, Venus, Göttin der Liebe und Harmonie

 

Unsere tiefste Angst besteht nicht darin, unzureichend zu sein.
Unsere tiefste Angst besteht davor, maßlos stark zu sein.

Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit,
das uns am meisten Angst macht.

Wir fragen uns, wer bin ich zu meinen,
so glänzend, großartig, talentiert und fabelhaft zu sein?

In der Tat, wer bist Du, dies nicht zu sein?
Du bist ein Kind Gottes! Dein „klein spielen“ dient nicht Gott.

Es ist nichts Erleuchtetes daran zu schrumpfen,
damit andere Leute sich nicht unsicher mit Dir fühlen.

Wir sind geboren, um den Ruhm Gottes, der in uns ist, kundzutun.
Dieser ist nicht nur in einigen von uns, es ist in jedem von uns.

Und wenn wir unser Licht scheinen lassen,
geben wir andern, ohne daß wir es merken, die Erlaubnis das gleiche zu tun.

Wenn wir uns von unsern Ängsten befreit haben,
befreit unsere Gegenwart automatisch auch andere


Nelson Mandela

 

All dieses dient der Erweckung des Menschen, der Erweckung des liebenden Bewusstseins, der Auferstehung Venus aus dem Ocean. Astrologie ist somit nicht eine neue Philosophie, ein neues Dogma, eine neue Bibel voller Verhaltensregeln die nichts als neue graue Männer schafft wie es in Michael Ende’s Buch „Momo“ so schön beschrieben ist, sondern ein kosmisches Werkzeug der Menschwerdung, das in allen Schulen dieser Erde mit Leichtigkeit gelehrt werden kann.

Und wenn das geschieht dann würden vielleicht schon nach zwei drei Genrationen alle menschlichlichen Gesellschaften dieser Erde nicht mehr automatisch den Wettkampfsregeln der Mutter Natur folgen sondern schon so tief in der seelischen Achtsamkeit verwurzelt sein daß die Einsicht der kosmischen Einheit Allgemeingut der Menschheit geworden ist, dh. allgemein praktiziert wird, und es somit keine Kriege mehr geben kann, keine Armut, keine Hungersnot, keine Tyrannei und keine Terroristen. Wir würden auch nicht mehr durch unverantwortliche Tätigkeiten die Balance der Natur zerstören und somit keine Ozon-Löcher schaffen und die Erde nicht in ein heißes Treibhaus verwandeln. Wir würden dann die Erde nicht mehr in arroganter Weise beherrschen wollen, und so ganz nebenbei vergiften und vernichten, sondern in Harmonie mit ihr glücklich und zufrieden sein.

Sieghart Rohr

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